A R C H I V

A r c h i v

Dublin | 2014 | Anna Gassner | Kristina Krämer

A R C H I V   D E R   S T A D T

Für die Architektin und Designerin Eileen Gray soll in Dublin auf einem ehemaligen Kasernenareal ein Ort für die Sammlung zu ihrem Leben und Werk entstehen. Der Bauplatz befindet sich am Nordufer des Flusses Liffey, in Dublin. Die ehemalige Kaserne, die Collins Barracks, wurden 1701 erbaut. Nachdem 1988  der Entschluss zur Umnutzung des Geländes fiel, beherbergt es heute die Ausstellungen des National Museum of Ireland.

Bei der Besichtigung des Bauplatzes wird klar dass es nicht reicht dem Ort lediglich ein weiteres Gebäude hinzuzufügen. Vielmehr sollte es darum gehen mit dem Eingriff den Ort in die Stadt zurückzuholen. Unser Entwurf soll die vorhandene Struktur unterstützen und das Gelände im Stadtraum öffentlichkeitswirksam präsentieren. Im Sinne einer neuen und starken Identität verschmelzen wir die Sammlung zu Eileen Gray und die Ausstellungen des National Museum of Ireland zu einem gesamtheitlichen Konzept – zum Archiv der Stadt Dublin.

P L A T E A U    +   T R E P P E   +  R A H M E N

Für die bauliche Umsetzung des Konzeptes nutzen wir den bestehenden Geländeversprung und schaffen mit Hilfe einer Stützmauer eine klare Kante zur Straße, die das Areal als zusammengehörige Museumsinsel definiert. Eine großzügige Freitreppe bildet die Verbindung zur Stadt und lädt zum Begehen des Areals ein.

Im Laufe der Jahre hat sich der Hof in der Mitte des Komplexes durch diverse Eingriffe zu einem undefinierten Raum ohne Aufenthaltsqualität entwickelt. Um dem entgegenzuwirken ergänzen wir die umgebende Bebauung  durch ein Nebengebäude zu einer den Platz umfassenden Klammer, die sich zum Fluss hin öffnet. Der Hof erhält dadurch nicht nur eine klare Umgrenzung und somit seinen ursprünglichen Charakter wieder, sondern unterstützt auch die rigide geometrische Struktur des Areals und ordnet sich ihr unter. In diesen klar definierten „Rahmen“ setzen wir nun ein „Bild“ das die Aufmerksamkeit auf sich zieht und auf die Funktion des Gebäudes schließen lässt.

BILD  +   F E N S T E R

Dieses „Bild“ besteht aus einer Anordnung von Kuppeln und Höfen die sich aus dem Plateau heben bzw. sich hineinsenken. Sie dienen dem unterirdisch liegenden Museum. Es wird vom Plateau aus über eine hinabführende Treppe erschlossen und über die Höfe und Kuppeln natürlich belichtet. Somit bildet sich oberirdisch eine Landschaft ab. In ihrem Spiel aus oben und unten werden die beiden unterschiedlich hohen Ebenen miteinander verwoben.

I N N E R E   O R G A N I S A  T I O N 

Die Raumordnung des Museums besteht aus einer Abfolge von kubischen Ausstellungsräumen, die je nach Ausstellungsart unterschiedlich zusammengeschaltet oder abgetrennt werden können. Um eine  Hierarchie zwischen den Räumen zu schaffen und wichtige Exponate gebührend präsentieren zu können gibt es einige stark überhöhte Räume, die über eine Kuppel belichtet werden. Zwischen den großen und kleinen Kuben bildet sich ein Bewegungsraum, der durch das Licht der Innenhöfe erhellt wird.  Hier können zusätzlich Exponate ausgestellt werden, die sich durch ihre geringere Lichtempfindlichkeit dafür eignen. Die verschiedenen Raumkonzepte zeichnen sich auch in ihrer Materialität ab. Thematische Wechsel können klar differenziert werden wodurch die Orientierung erleichtert und ein abwechslungsreiches Raumerlebnis begünstigt wird.

N E B E N G E B Ä U D E 

Das den städtebaulichen Rahmen ergänzende Nebengebäude füllen wir mit diversen internen Nutzungen des Museums. Neben den Räumlichkeiten für die Mitarbeiter in den oberen Etagen sind die Räume für die Aufbereitung der Exponate beginnend mit der Anlieferung über das Erdgeschoss in einer Folge von oben nach unten angeordnet und schließen im zweiten Untergeschoss an das Archiv und folglich an die Ausstellungsräume an. Außerdem findet hier auch das Museums-Café seinen Platz und nutzt die zentral gelegene Stelle und ist für die gesamte Insel gut zugänglich.

K O N S T R U K T I O N   U N D   M A T E R I A L

Der Entwurf passt sich in seiner massiven Bauweise den Umgebungsgebäuden an und unterstützt damit das Konzept der Museumsinsel als ein Ganzes. Die Kuppeln treten durch ihre glatte  Sichtbetonoberfläche im Vergleich zu der Steinstruktur der umgebenden Bebauung hervor. Im Zusammenspiel mit der neuen Mauer fassen sie das Areal und weisen gleichzeitig auf eine Attraktion hin.
Das Nebenhaus, das die städtebauliche Lücke in der Reihe der Bestandsgebäude schließt passt sich ihnen mit einer  Sandkalkstein Fassade an und verschmilzt somit mit der Umgebung. Durch die moderne Ausbildung kann man es dennoch vom Rest unterscheiden.
Im Inneren wird im Ausstellungsbereich nach zwei verschiedenen Raumkonzepten unterschieden. Zum einen ist der Bewegungsraum in einem einheitlichen grau gehalten, d.h. Wände und Decke sind aus Sichtbeton und der Boden ist ein geschliffener Estrich. In diesem einheitlichen Raum stehen die Kuben, deren Inneres sich vom Rest abhebt. Sie sind weiß verputzt und mit Parkett ausgelegt.

A B G A B E L E I S T U N G 

Pläne
Schwarzplan 1:5000
Lageplan 1:3000
Ansichten Gebäudekomplex 1:200
Schnitte Gebäudekomplex 1:200
Grundrisse Gebäudekomplex 1:200
Fassadneschnitt 1:20
Visualisierungen
Skizzen und Schemata

Modell
Städtebaumodell  1:200
Gebäudeausschnitt  1:50

_

Beginn der Bearbeitungszeit: 21.10.13
Ende der Bearbeitungszeit: 05.02.13
Präsentation: 05.02.13

_

Planabgabe PDF

_

Bauhaus-Universität Weimar
Entwerfen und Baukonstruktion
Prof. Mag. Arch. Michael Loudon

This is a unique website which will require a more modern browser to work!

Please upgrade today!